Autor und Psychologe Gerald Mackenthun
Autor und Psychologe Gerald Mackenthun

Gerald Mackenthun

Widerstand und Verdrängung - Ursprung und Neuinterpretation zweier Schlüsselbegriffe der Tiefenpsychologie

Psychosozial-Verlag, Gießen 2011, Buchreihe Bibliothek der Psychoanalyse, 469 S., 49,90 Euro, ISBN-13: 978-3837920499. Bestellen über Amazon.

Berlin, Dezember 2011

 

Die Psyche des Menschen besitzt Anteile, die er nicht kennt und auch nicht kennenlernen will. Er verschließt die Augen vor den Konsequenzen seines eigenen Tuns und vor den Einflüssen der Vergangenheit. Widerstand, Abwehr und Verdrängung sind die Schlüsselbegriffe, die dieses Rätsel psychologisch beschreiben.

 

In der vorliegenden Studie werden den grundlegenden Arbeiten von Sigmund Freud die individualpsychologischen und daseinsanalytischen Weiterentwicklungen von Alfred Adler und Medard Boss zur Seite gestellt. So entwickelt der Autor ein modernes und handhabbares Verständnis von Verdrängung, Verleugnung und Vergessen. Als Auswege aus den krankmachenden Selbstbegrenzungen sieht er Offenheit und Wahrhaftigkeit.

 

Das Buch richtet sich an Psychotherapeuten der psychoanalytischen, tiefenpsychologischen und humanistischen Schulen, ist aber wegen der allgemeinen Relevanz des Themas geeignet für alle, die psychologisch-philosophische Selbsterkenntnis anstreben.

Kurzinhalt


Die Psyche des Menschen besitzt An­teile, die er nicht kennt und auch nicht kennenlernen will. Er verschließt die Augen vor den Konsequenzen seines eigenen Tuns und vor den Einflüssen der Vergangenheit. Widerstand, Abwehr und Verdrängung sind die Schlüssel­begriffe, die dieses Rätsel psychologisch beschreiben.

In der vorliegenden Studie wer­den den grundlegenden Arbeiten von Sigmund Freud die individualpsycho­logischen und daseinsanalytischen Weiterentwicklungen von Alfred Adler und Medard Boss zur Seite gestellt. So entwickelt der Autor ein modernes und handhabbares Verständnis von Verdrän­gung, Verleugnung und Vergessen. Als Auswege aus den krankmachenden Selbstbegrenzungen sieht er Offenheit und Wahrhaftigkeit.

Das Buch richtet sich an Psychothe­rapeuten der psychoanalytischen, tiefen­psychologischen und humanistischen Schulen, ist aber wegen der allgemeinen Relevanz des Themas geeignet für alle, die psychologisch-philosophische Selbst­erkenntnis anstreben.

 

Inhaltsübersicht

 

1. Einleitung

1.1       Problemstellung

1.2       Fragestellung und Aufbau

1.3       Zur Frage der Vergleichbarkeit der tiefenpsychologischen Schulen

 

2.         Freuds Konzept von Widerstand und Verdrängung

2.1       Historisches – Die ersten Erkenntnisse

2.2       Die Ausarbeitung der Verdrängungstheorie in Freuds Werk

2.3       Die Ausarbeitung der psychoanalytischen Theorie des Widerstandes

2.4       Kultur als Verdrängungsmacht

2.5       Zusammenfassung: Inhalte der Widerstands- und Verdrängungstheorie Freuds

2.6       Überlegungen zu einigen Hauptpunkten des Freud’schen Theorems

 

3.         Alternativen zum Widerstands- und Verdrängungskonzept Freuds

3.1       Widerstand und Verdrängung in der Individualpsychologie Alfred Adlers

3.2       Widerstand und Verdrängung aus daseinsanalytischer Sicht

 

4.         Widerstand und Verdrängung in ausgewählten Einzelaspekten

4.1       Widerstand und Verdrängung zwischen Krankheit und Gesundheit

4.2       Zur Anthropologie des Widerstandes – Seidmanns »Resistologie«

4.3       Widerstand in der Therapie

4.4       Zur Anthropologie der Verdrängung

4.5       Vergessen und Verdrängen – Versuch einer Abgrenzung

4.6       Harald Schultz-Hencke: Der gehemmte Mensch

4.7       Ursprünge der Verdrängung: Trauma und Konflikt in der Kindheit und die Rolle der Erziehung

4.8       Die Struktur der neurotischen Verdrängung

4.9       Effekt, Folgen, Wirkung: Zur Phänomenologie der Verdrängung

4.10     Können, wollen, tun – Vorsätzlichkeit und Verantwortung in Widerstand und Verdrängung

4.11     Sublimierung contra Verdrängung

 

5.         Offenheit und Wahrhaftigkeit als zentrale Themen in Therapie und Alltag

5.1       Tiefenpsychologie und Ethik

5.2       Psychoanalyse als »Erziehung zur Wahrheit«

5.3       Verdrängung der Wahrheit

5.4.      Wahrheit und Realität

5.5       Aufrichtigkeit und Wahrhaftigkeit

5.6       Die Grenzen der Wahrhaftigkeit

5.7    Resümee und Ausblick

 

 

Zum Autor



Gerald Mackenthun, PD Dr. phil., arbeitet als Psychotherapeut in eigener Praxis in Berlin. Seine Interessens- und Arbeitsschwerpunkte liegen im Bereich der Tiefenpsychologie und Psychoanalyse, insbesondere bei Alfred Adler und der Individualpsychologie.


Rezension des Buches von Klaus Hölzer hier ...

Rezension der 1. Auflage von "Widerstand und Verdrängung" von Dr. Gerda Siebenhüner, Berlin (1998) in: Zeitschrift für Politische Psychologie (ZfPP), Heft 8/98, S. 480/481; ISSN 0942-9867.

 

Gerald Mackenthun: Widerstand und Verdrängung. Berlin: Verlag für Tiefenpsychologie 1996 (379 S., 38 DM)

 

Der Mensch ist „die Leugnungsmaschine der Natur“, urteilte der amerikanische Dramatiker Arthur Miller (in „Zeitkurven“ 1994); die Verdrängung ist der Kitt seines jederzeit gefährdeten Ich. Der vielschichtige Prozeß des Leugnens der Wahrheit führe in die Zerstörung von Individuen ebenso wie von Nationen - und es werde geleugnet, daß genau dies geschieht.

   Psychotherapeuten sind ständig mit dem Widerstand ihrer Analysanden konfrontiert. Er deutet auf verdrängte Themen hin, die für den Analysanden lebensgeschichtlich wichtig sind. Die Therapie hat seit Freud u.a. die Aufgabe, Verdrängungen ans Licht zu heben und zu „befrieden“.

   In diesem großangelegten Werk des Berliner Wissenschaftsjournalisten und Psychologen Gerald Mackenthun wird das gesamte Panorama von Widerstand und Verdrängung ausgebreitet, wie es die Tiefenpsychologie erarbeitet und tradiert hat. Ausführlich vorgestellt und erläutert werden die Konzepte von Sigmund Freud, Alfred Adler, Harald Schultz-Hencke und Medard Boss.

   Das Anliegen des Autors ist jedoch weiter gefaßt. In den Begriffen 'Offenheit' und 'Wahrhaftigkeit' sieht er „Kontrapunkte“ zu Widerstand und Verdrängung. In diesem 64 Seiten umfassenden Teil wird es z.T. recht philosophisch, so wenn die Berührungspunkte von Tiefenpsychologie und Ethik oder die Grenzen von Willensfreiheit und Wahrhaftigkeit erörtert werden. Seines Erachtens kann Psychotherapie ihre volle Wirkung nicht entfalten, wenn die psychischen Probleme des Individuums nicht in einen größeren gesellschaftlichen und philosophischen Rahmen eingeordnet werden.

   Das Augenmerk dieser Arbeit liegt auf Problemen, wie sie in der Psychotherapie auftreten. Eine der Hauptthesen lautet, daß Verdrängung vor allem Verdrängung von Wahrhaftigkeit und Offenheit ist gegenüber dem, was einen im innersten Kern angeht. Widerstand ist Widerstand gegen das Gewahrwerden individueller wie über-individueller Wahrheiten. Offenheit und Wahrhaftigkeit werden nicht nur als therapeutische Ziele, sondern auch als wesentliche Fähigkeiten des gesunden Menschen angesehen.

   Es werden dabei immer wieder auch die Bezüge zum Alltag hergestellt, und es wird herausgearbeitet, inwieweit Vergessen, Verdrängung, Widerstand, Hemmung und Abwehr auch zur Ich-Stabilisierung und zur Aufrechterhaltung einer Homöostase beitragen. Natürlich liegt es nahe zu fragen, ob nicht auch Gruppen oder Nationen verdrängen; die Leugnung der Nazigreuel gilt als Prototyp nationaler Verdrängung. Die kollektive Verdrängung wird von Mackenthun allerdings in Beispielen nur angetippt; sein Schwerpunkt liegt auf dem Individuum und dessen sozialen Beziehungen. Ein Leben in Wahrhaftigkeit und mit möglichst wenig Selbstverkennung und Illusionen scheint mit eine Voraussetzung dafür zu sein, Machtwahn zu durchschauen und sich von ihm freihalten zu können.

   Meines Erachtens kann dieses Buch als ein Standardwerk zu Widerstand und Verdrängung angesehen werden. Es rekonstruiert erstens kritisch die Konzepte der wichtigsten Vertreter der Tiefenpsychologie zu Widerstand und Verdrängung, auch indem die Begriffe sprachlogisch untersucht werden. Zweitens wird die Struktur von Widerstand und Verdrängung (Ursprünge, Motive, Prozeß, Inhalte, Folgen) ausführlich debattiert. Drittens wird mit 'Offenheit' und Wahrhaftigkeit1 als zentralen ethischen Problemen in Therapie und Alltag eine eigenständige Weiterentwicklung versucht. Der flüssige Stil läßt vergessen, daß es sich um eine Doktorarbeit handelt.

 

Priv.-Doz. Dr. Gerald Mackenthun

Dipl.-Politologe

Dipl.-Psychologe

Dr.phil.

Privat-Dozent für Klinische Psychologie

 

Email gerald.mackenthun@gmail.com

 

Büro 030/8103 5899

0171/ 624 7155

 

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