Autor und Psychologe Gerald Mackenthun
Autor und Psychologe Gerald Mackenthun

Berichte schreiben an den Gutachter

in tiefenpsychologischen und psychoanalytischen Verfahren einschließlich der genauen Erörterung der Psychodynamik. 

Was ändert sich ab dem 1. April 2017?

Sprechstunden für Erstgespräche, Akutbehandlung, neue Sitzungskontingente: die ambulante psychotherapeutische Versorgung wird zum 1. April 2017 einer umfangreichen Strukturreform unterzogen und um neue Leistungen ergänzt. Damit sollen Patienten zeitnah einen niederschwelligen Zugang erhalten und das Versorgungsangebot insgesamt flexibler werden. Das Antrags- und Gutachterverfahren wurde vereinfacht.

 

Im Einzelnen (nach Angaben der Kassenärztlichen Bundesvereinigung, siehe hier):

 

Antrag auf Kurzzeittherapie: Kurzzeittherapien umfassen bis zu 24 Therapieeinheiten. Die Beantragung erfolgt in zwei Schritten für jeweils ein Kontingent von 12 Therapieeinheiten und ist grundsätzlich nicht mehr gutachterpflichtig. 

Ausnahmen: Innerhalb der vergangenen zwei Jahre fand eine Therapie statt oder die Krankenkasse fordert im Einzelfall ein Gutachten.

 

Umwandlung in Langzeittherapie: Eine Kurzzeittherapie kann in eine Langzeittherapie umgewandelt werden. Dies sollte spätestens mit der achten Therapieeinheit der KZT 2 erfolgen (in der Regel etwa vier bis fünf Wochen vor dem Ende der Kurzzeittherapie), um eine nahtlose Weiterbehandlung zu gewährleisten.

 

Der Umwandlungsantrag erfolgt ebenfalls mit Antrag des Patienten (PTV 1), dem Formular PTV 2 (Feld „Langzeittherapie als Umwandlung“) und ist gutachterpflichtig. Dem Antrag ist daher ein verschlossener Briefumschlag für den Gutachter (PTV 8) mit folgendem Inhalt beizufügen:

  • Bericht an den Gutachter (neues Formular PTV 3 als Leitfaden für die Erstellung des Berichts, Formular PT 3 KZT/a/b/c(K) entfällt)
  • Durchschrift des PTV 2
  • Durchschrift des Konsiliarberichts (nur bei nichtärztlichen Therapeuten)
  • ergänzende Befundberichte, sofern erforderlich

 

Langzeittherapie: Der erste Bewilligungsschritt bleibt antrags- und gutachterpflichtig. Dem Antrag ist – wie bei der Umwandlung einer Kurzzeittherapie – ein verschlossener Umschlag für den Gutachter (PTV 8) beizufügen. Ob Anträge auf Fortführung der Psychotherapie gutachterpflichtig sind, liegt im Ermessen der Krankenkassen.

 

Mit der Strukturreform werden auch alle PTV-Formulare angepasst. Neue Formulare gibt es für die Psychotherapeutische Sprechstunde und Akutbehandlung. Gleich bleiben die Überweisung an einen Vertragsarzt zur Abklärung somatischer Ursachen vor Aufnahme einer Psychotherapie (Muster 7) und der Konsiliarbericht (Muster 22). Alle neuen Formulare für die Psychotherapie auf den KBV-Seiten.

 

Bericht zum Erst- oder Umwandlungsantrag: Für den berichteschreibenden Psychotherapeuten wird es etwas einfacher. Es sind nur noch 7 Punkte zu berücksichtigen und nicht länger als 2 Seiten sein.

 

Das "Verbindliche Muster" beginnt mit Angaben zur sozialen Situation, erst dann folgt die Symptomatik und der psychische Befund. In Punkt 4 soll die Psychodynamik beschrieben werden. Es folgen die Diagnose, der Behandlungsplan und die Prognose.

 

Im wesentlichen ändert sich nicht viel. Auf alles, was bislang relevant war, muss weiterhin geachtet werden. Es muss aber noch mehr als bisher auf Kürze geachtet werden. Das "Verbindliche Muster" (PTV 3) gibt allerdings auch nur Anhaltspunkte. Der Bericht kann und darf "in freier Form" abgefasst werden. Hauptsache, man schreibt einen in sich schlüssigen Bericht.

 

Das Buch "Berichte an den Gutachter schreiben" gilt also grundsätzlich weiterhin. 

 

Alle weiteren Informationen auf den ausführlichen Seiten der Kassenärztlichen Bundesvereinigung.

Berichte schreiben an den Gutachter

212 S., Druck: Books on Demand, Norderstedt, August 2016, ISBN 9783741251894

 

gebunden 17,99 Euro; Kindle 9,99 Euro

 

Deutschland ist das einzige Land der Welt, in welchem Krankenkassen eine Psychotherapie als Gesundheitsleistung vollständig zahlt. Das kommt Patienten zugute und einige Zehntausend Psychotherapeuten leben gut davon. Um davon zu profitieren, müssen sie sich einigen Regeln unterwerfen. Eine davon ist der „Bericht an den Gutachter“, in welchem Therapeuten den Antrag auf eine Psychotherapie für ihre Patienten begründen müssen.

 

Nicht wenige Therapeuten haben aus unterschiedlichen Gründen Probleme mit dem Verfassen des meist dreiseitigen Berichts. Insbesondere die Formulierung der Psychodynamik bereitet Vielen Kopfzerbrechen. Dieses Buch will helfen, das Berichteschreiben so schlank wie möglich zu gestalten, ohne dass die Qualität leidet. Besonderes Augenmerk liegt auf der Psychodynamik einer dynamischen Psychotherapie.

 

Das Buch konzentriert sich ganz auf die Praxis, die zugrundeliegende Theorie wird allenfalls gestreift.

 

Privatdozent Dr. phil. Gerald Mackenthun ist niedergelassener Psychologischer Psychotherapeut in Berlin. Seit 2011 Jahren leitet er Kurse zum Berichteschreiben.

Noch ein Versuch: Das "szenische Verstehen"

Das "szenische Verstehen" bleibt ein Problem. In dem Buch äußere ich mich kritisch zu dem Konzept, weil jeder etwas anderes darunter zu verstehen scheint. Gemeint ist offenbar nicht, ein lebendiges Bild des Patienten zu zeichnen, sondern eine typische Szene zu finden und zu schildern, die wie im Brennglas das Lebensproblem des Patienten hervortreten lässt. Ich möchte hier ein weiteres Beispiel anführen, bin aber nicht sicher, ob das nun das geforderte "szenische Verstehen" ist. Es handelt sich um einen etwa 35 Jahre alten, aggressionsgehemmten (schüchternen) Mann: 

 

Seine „Urszene“ (im psychoanalytischen Sinne) ist vielleicht diese: Seine Mutter erlitt Ostern 2006, genau am Tag seines Geburtstages, einen anaphylaktischen Schock und musste ins Krankenhaus eingeliefert werden. Damit fiel seine Geburtstagsfeier ins Wasser. Seitdem sei ihm das Geburtstagsfeiern verleidet. Ich versuchte, seine mutmaßlich damit verbundenen Gefühle aufzufächern. Er liebt seine Mutter und versteht verstandesmäßig die Notwendigkeit der Krankenhauseinlieferung. Zugleich ist er verletzt, weil eine der seltenen Gelegenheit, wo er mal im Mittelpunkt stehen könnte, verdorben wurde. Er beschloss überkompensatorisch, dass ihm nun „alle Geburtstage verleidet“ seien. Das kommt m.E. seiner depressiven Persönlichkeitsakzentuierung entgegen. Halb bewusst ist er verbittert darüber, dass er wieder zu kurz kommt. Diese Enttäuschung kann und darf er nicht ausdrücken, weil dies einem Vorwurf an seiner Mutter gleichkäme, die er wegen ihres objektiven Zusammenbruchs nicht kritisieren kann. (September 2016)

... Besucher seit dem 7. Mai 2016

Inhaltsübersicht

1    Vorwort.................................................................................. 11

2    Das Problem......................................................................... 12

3    Zweck und Ziel des Berichts.............................................. 14

4    Grundsätzliches zur Psychodynamik............................... 16

 

5    Aufbau des Berichts........................................................... 22

5.1    Punkt 1 – Spontanangaben............................................... 22

5.2    Punkt 2 – Biographie / Sozialanamnese........................... 26

5.3    Punkt 3 – Krankheitsanamnese........................................ 32

5.4    Punkt 4 – Psychischer Befund.......................................... 35

5.5    Punkt 5 – Somatischer Befund......................................... 38

5.6    Punkt 6 – Psychodynamik................................................. 39

5.7    Punkt 7 – Diagnose........................................................... 42

5.8    Punkt 8 – Behandlungsplan und Zielsetzung.................... 53

5.9    Punkt 9 – Prognose............................................................ 62

 

6    Psychodynamik.................................................................... 72

6.1    Die Vorgaben...................................................................... 72

6.2    Aufbau der Psychodynamik................................................ 73

 

7    Konflikttheorie und Konfliktdynamik................................... 102

7.1    Der Ursprung: Konflikttheorie bei Freud............................... 102

7.2    Neuere Entwicklungen des Konflikt-Modells........................ 105

7.3    Abwehrmechanismen........................................................... 119

 

8    Aktuelle Beziehungsgestaltung einschließlich Übertragung und Gegenübertragung

8.1    Bindungstheorie.....................................................................130

8.2    Übertragung und Gegenübertragung.................................... 131

 

9    Der Blick auf den Menschen: Perspektiven und Paradigmen... 135

9.1    Strukturperspektive............................................................... 136

9.2    Ressourcenperspektive......................................................... 158

9.3    Psychosomatische Perspektive............................................. 160

9.4    Neurobiologische Perspektive................................................ 162

9.5    „Modi“ nach Stavros Mentzos................................................ 164

9.6    Kognitiv-behaviorale Perspektive........................................... 164

9.7    Szenisches Verstehen nach Lorenzer.................................... 165

9.8    Lernmodell.............................................................................. 167

9.9    Bedürfnisperspektive.............................................................. 167

9.10   Affektperspektive................................................................... 168

9.11   Genetische Perspektive......................................................... 169

9.12   Integrative Perspektive........................................................... 170

9.13   Perspektiven im Berichtsalltag: Wer hat Recht?..................... 171

 

10  Theoretischer Eklektizismus und behandlungstechnischer Pluralismus 173

 

11  Berichtsbeispiele....................................................................... 177

11.1   Beispielformulierung 1 für einen TP-Erstbericht...................... 177

11.2   Beispielformulierung 2 für einen TP-Erstbericht....................... 181

11.3   Beispielformulierung 3 für einen Umwandlungsbericht plus Fortführungsbericht

11.4   Beispielformulierung 4 für einen Psychoanalyse-Erstbericht.....196

11.5   Beispielformulierung 5 für einen misslungenen Erstbericht....... 202

 

12  Literatur....................................................................................... 208

 

Material zum Buch

OPD-2
Ein vierseitiger Überblick über das OPD-2-Buch einschließlich einer Beschreibung der fünf »Achsen«.
OPD-2 Handout.pdf
PDF-Dokument [288.2 KB]

Priv.-Doz. Dr. Gerald Mackenthun

Dipl.-Politologe

Dipl.-Psychologe

Dr.phil.

Privat-Dozent für Klinische Psychologie

 

Email gerald.mackenthun@gmail.com

 

Büro 030/8103 5899

0171/ 624 7155

 

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NEU: Strahlenschutz kostet mehr Todesopfer als Strahlung selbst.

Das geht aus weiteren internationalen Untersuchungen zu Fukushima hervor.
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© Gerald Mackenthun, Berlin, Februar 2011

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